Begrüßungsansprache zur Demonstration am 31. August 2019

Ich begrüße Sie heute hier bei unserer Demonstration gegen die Schliefenanlage.

Oft wird in solchen Begrüßungsreden gesagt: „Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.“ Das sage ich nicht. Denn jede und jeder von Ihnen ist nicht zahlreich erschienen, aber jede und jeder einzelne ist hier. Darüber freuen wir uns. Sie sind mitfühlende Individuen und können für sich selbst sprechen. Füchse sind auch fühlende Tiere, aber Sie können nicht für sich selbst das Wort erheben. Diese Tiere sind sozial und Tierquälerei ist nicht sozial!

Zu unserer Demo haben wir auf unserer Website von einer — in Worten Einer — Person Kommentare erhalten. Impulsive Kommentare mit einigen Ungereimtheiten. Da heißt es:

Handaufgezogene Wölfe werden ausgewildert und sollen dann abgeschossen werden, weil sie zu nah an die Menschen herankommen.

Der Ruf nach dem Abschuss von Wölfen kommt aus den Reihen von Jägern und Jagdbefürwortern. Nicht von uns.

Ihr ward es, die zum Abschuss des Wolfes in dem Nachbarort von Bega zugestimmt habt.

Ich habe nach der Quelle zu dieser Story gefragt und wann das gewesen sein soll. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich habe dazu auch in zwei Suchmaschinen nichts gefunden.

So werden Märchen geschrieben. Auch das vom „bösen Wolf“ und das von den „krankheitsverbreitenden Füchsen“, die dann bejagt werden müssen. Wissenschaftliche Erkenntnisse stehen diesen Lügen entgegen.

WIR WERDEN HEUTE UND HIER LAUT GEGEN DIESES UNMORALISCHE GEHABE, aber an der Schliefenanlage werden wir uns akustisch zurückhalten, um die Tiere nicht zu erschrecken.

Kommen Sie auf die gute Seite der Macht, wir mögen Füchse.

Und nun wünsche ich uns allen gutes Gelingen!

Übertragung der Räude durch Füchse

Kann die Räude durch die Jagd eingedämmt werden?
Wie bei anderen Wildkrankheiten wird auch bei der Räude die Gefahr oft dramatisiert. Häufig wird behauptet,

  • dass Räude für jeden befallenen Fuchs unausweichlich einen langen und grausamen Tod bedeutet,
  • die Jagd auf Füchse der Ausbreitung der Räude vorbeugt und
  • dass Haustiere sich bei Füchsen mit Räude infizieren würden.
Kann die Räude durch Jagd eingeämmt werden? An Räude erkrankter Straßenhund auf Bali
An Räude erkrankter Straßenhund auf Bali | Quelle: Wikipedia

Tatsächlich betrifft die Räude nicht nur Füchse, denn der Erreger (die Grabmilbe) kann auch andere Tiere befallen. Der Befall ist für einen Fuchs nicht zwangsläufig ein Todesurteil. Es wurden Fälle beobachtet, in denen Räude bei Füchsen ohne jegliche Behandlung ausgeheilt ist. Dies führt zu einer Immunisierung. Die Tiere verfügen also über eine schützende genetische Ausstattung, die wird durch die Jagd ausgelöscht (Fehlselektion).

Werden stärkere Füchse durch die Jagd eliminiert, pflanzen sich schwächere Tiere verstärkt fort und es kommt zu einem größeren Anteil reviersuchender Jungfüchse. Durch eben diese Wanderung kommt es zu einer stärkeren Verbreitung der Räudemilben.

Zur Behandlung von Haustieren gibt es effektive Möglichkeiten. Ein verantwortungsvoller Hundehalter achtet auf diese Maßnahmen, wenn der Verdacht eines möglichen Kontakts mit der Räudemilbe besteht. Damit ist das Gefahrenpotential für Haustiere gebannt. Beim Menschen führt ein Kontakt schlimmstenfalls zu einer vorübergehenden Hautreaktion, die i.d.R. von alleine ausheilt oder gut behandelbar ist. Räude befällt vor allem Wildtiere, deren Immunsystem geschwächt ist oder die Hautverletzungen haben. Die ganzjährigen Jagdaktivitäten verursachen bei sämtlichen Wildtieren unnötigen Stress. Der hohe Jagddruck auf Füchse und der damit verbundene Stress kann (neben anderen Faktoren wie Nahrungsmangel, Krankheit oder Parasitenbefall) durchaus das Immunsystem der Füchse schwächen und damit erst den Weg für einen Befall mit der sogenannten Sarkoptesräude frei machen.

Quelle: Aktionsbündnis Fuchs

Während es also keinen Grund zu der Annahme gibt, dass durch Jagd die Räude eingedämmt werden kann, legen Erkenntnisse über Sozialverhalten und Populationsdynamik von Füchsen nahe, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Intensive Bejagung erhöht also womöglich sogar die Wahrscheinlichkeit, dass Füchse sich mit Räude infizieren.

Wie sollen die Hunde denn auf die Baujagd trainiert werden, wenn nicht in Schliefenanlagen?

Jäger behaupten immer wieder, es sei für die Baujagd notwendig, dass Hunde am echten Objekt in einer Schliefenanlage trainiert werden. Die Fragestellung muss jedoch schon vorher ansetzen: Wozu ist die Baujagd notwendig? Wozu werden Füchse bejagt?

Jäger führen an dieser Stelle immer wieder die gleichen Argumente an:

  • Kontrolle der Population (Anzahl der Füchse in einem Revier
  • Gefahr durch ansteckende Krankheiten, insbesondere
    • Tollwut
    • Fuchsbandwurm
    • Reude
  • Schutz bedrohter Arten

Einer kritischen Prüfung halten diese Argumente bei wissenschaftlicher Betrachtung nicht stand. Informationen zu den einzelnen Punkten haben wir verlinkt.

Es sind nicht alle Jäger schlecht.

Diese Aussage halten wir für richtig. Es gibt durchaus Jäger, die am Schutz der Umwelt und der Tiere stärker interessiert sind als an der Jagd selbst. Das ist insbesondere unter Förstern, die also hauptberuflich mit der gesamten Thematik beschäftigt sind, oft der Fall.

Viele Jäger sind jedoch nicht vollständig informiert, da auch in diesem Bereich die Informationen von langjährigen Jägern zu Jägern in der Ausbildung weitergegeben werden. Offensichtlich besteht hier eine Filterblase, neuere wissenschaftliche Erkenntnisse dringen nur sehr langsam durch.

Parken erlaubt

Der PKW-Anhänger mit dem eingesperrten Fuchs stößt Anwohnern auf. Und das ist gut so. Denn so werden sie wachgerüttelt. Sie erkennen das Unrecht. Sie ergreifen Partei. Und einige werden sogar aktiv gegen die Schliefanlage.
Wollten die Hobbyjäger doch bisher gern im Verborgenen bleiben, so hat das jetzt ein Ende.
Der Anhänger ist angemeldet und wird so geparkt, dass es nicht gegen Verbote verstößt. Da hilft es auch nichts, die Polizei oder das Ordnungsamt zu rufen. Die zucken mit den Schultern und fahren wieder weg. Der Anhänger parkt gern dort, wo er Teckelclub-Mitglieder, Hobby-Waidleute und deren Gefolge am meisten stört: vor der eigenen Haustür.

So wie das Landesjagdgesetz…

…ist auch diese Website eine Baustelle.

Mit dem feinen Unterschied: Wir wissen um die Mängel und geben das offen zu. Wir wollen das beheben und arbeiten täglich daran.

Wenn Ihnen beim Besuch unserer Seiten etwas auffällt, dass unbedingt sofort oder schnellstens geändert werden sollte (z. B. Rechtliches), wenden Sie sich bitte an fuchs@schliefanlagen-schliessen.de. Wir prüfen das umgehend und greifen bei Bedarf sofort ein.

Demonstration gegen Schliefenanlage

Für Samstag, den 31. August 2019, haben wir und der Lagenser Tierschutzverein “Unsere Hände für viele Pfoten” eine Demonstration in Voßheide angemeldet. Treffpunkt ist der Dorfplatz an der Voßheider Straße um 15.00 Uhr. Von dort aus geht der Demonstrationszug zur Schliefenanlage, an der die Kundgebung stattfindet.

Die Voßheider Schliefanlage (die Lippische Landeszeitung berichtete ausführlich) wird dann Schauplatz einer Kundgebung der BI „Schliefanlagen schließen“ und des Lagenser Tierschutzvereins „Unsere Hände für viele Pfoten“.

Anlässlich der mittlerweile über 2 Jahre andauernden erfolglosen Bemühungen, das Leiden der Füchse in der Schliefenanlage zu beenden, fordern wir Tierschützer*innen erneut die unbedingte Einhaltung des Tierschutzgesetzes und somit folglich die sofortige Schließung der Anlage.

Es ist für uns nicht akzeptabel, dass das von Johannes Remmel reformierte Jagdgesetz gleich zu Beginn von der neue Landesregierung NRW eine Rolle rückwärts gemacht hat und – neben anderen tierschutzwidrigen Gesetzesänderungen – die Baujagd wieder zugelassen wurde.

Marianne Rautenberg, Vorsitzende “Unsere Hände für viele Pfoten”

Wir haben im Grundgesetz das Staatsziel „Tierschutz“ festgeschrieben und fordern dessen bedingungslose Einhaltung für alle Tierarten und auch die Unterordnung des Jagdgesetzes unter das Tierschutzgesetz!

Michaela Latzel, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative “Schliefanlagen schließen”

Unterstützt wird die Veranstaltung von den Vereinen „Natur ohne Jagd“, „Alles für die Katz“, „Animal Rights Watch“, “PETA“ und Vossheider Bürgerinnen und Bürgern.

Wir weisen an dieser Stelle auf die dem Landrat und dem Petitionsausschuss NRW übergebenen Petition hin, in der ca. 18.000 Menschen die Schließung der Schliefenanlage fordern.

Start: 15.00 Uhr

Sammeln/Abmarsch: Dorfplatz, Voßheider Straße/Ecke Deichbrede

Edit: Über weit mehr als hundert Teilnehmer haben wir uns sehr gefreut, das waren viel mehr als erwartet!

Petition Tierquälerei – Schliefanlage Voßheide sofort schließen!

An: Landrat Dr. Axel Lehmann

Gestartet von Ralf Kersting

Diese Kampagne wurde beendet.

Tierquälerei - Schliefanlage Voßheide sofort schließen!

In Schliefanlagen werden Jagdhunde scharf auf lebende Füchse abgerichtet. Dieses „Abrichten auf Schärfe“ ist gemäß Tierschutzgesetz nicht erlaubte Tierquälerei. Wir fordern Landrat Dr. Axel Lehmann vom Kreis Lippe auf, die Anlage unverzüglich zu schließen!

Warum ist das wichtig?

Den Betreibern der Schliefanlage in Lemgo-Voßheide wird vorgeworfen, die Füchse nicht regelmäßig mit Wasser und Futter zu versorgen (Lippische Landeszeitung, 23. März 2018). Im Gerichtsverfahren wurde der Angeklagte freigesprochen, da seine Schuld nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Der Waffenschein wurde ihm entzogen.
Gegen einen Schliefenwart wurde 2017 ein Bußgeldbescheid verhängt, weil er eine hochträchtige Füchsin für den Abrichtungsbetrieb eingesetzt hatte.

In Schliefanlagen werden Füchse in kleinen Zwingern gehalten, die gerade eben den gesetzlichen Mindestanforderungen genügen, obwohl Füchse in freier Natur große Reviere von mehr als 100 ha bewohnen. Für die Abrichtung der Jagdhunde werden die scheuen Füchse in eine künstliche Bauanlage gesetzt, um dort vom Hund aufgespürt zu werden. Obwohl sie dabei von Gesetzes wegen durch Gitter vom Hund getrennt bleiben müssen, ist der Vorgang für die sensiblen Tiere eine schlimme Tortur. Ziel der Jäger ist dabei, die Jagdhunde für die sogenannte Baujagd abzurichten, bei der Füchse und Dachse von scharfen Jagdhunden aus dem Bau vor die Gewehre wartender Jäger gehetzt werden.

Jäger behaupten immer wieder, diese Praxis sei zur Ausbildung der Hunde, zur Einschränkung der Population von Füchsen und damit zum Schutz bedrohter Arten notwendig. Sie argumentieren, Jagd begrenze die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten. Viele wissenschaftliche Studien widerlegen diese Behauptungen jedoch und belegen sogar das Gegenteil: Jagd kann die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten fördern.
Quelle: Aktionsbündnis Fuchs www.aktionsbuendnis-fuchs.de, https://docs.wixstatic.com/ugd/83fe7c_5d524952b89744ceaefb57dd92141019.pdf)